Posts tagged ‘European Union’

Krisen und Krisennarrative in Südwesteuropa. Workshop für Teilnehmende des Regionaltreffens der Studienstiftung des deutschen Volkes

In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben die Gesellschaften Frankreichs, Italiens, Portugals und Spaniens umfassende Krisen durchlaufen. Die Corona-Pandemie markiert einen Wendepunkt im Krisenmanagement auf nationaler und europäischer Ebene: anstelle von Sparprogrammen legen Regierungen und die Europäische Union Investitionsprogramme auf, die auf soziale Absicherung, Wirtschaftssubventionen und Infrastrukturmodernisierung abzielen. Der Workshop ‚Krisen und Krisennarrative in Südwesteuropa‘ erkundet Gründe für diesen Politikwechsel. Er legt besonderes Augenmerk auf die Rolle von Krisennarrativen bei der Formulierung von Politiken des Krisenmanagements.

Im Erscheinen: Kutter & Masson ‚Researching institutions after the discursive turn‘

Dieses Kapitel erscheint im von Uwe Flick herausgegebenen SAGE Handbook of Qualitative Research Design. Es erkundet, welchen Beitrag qualitative Sozialforschung zur Analyse von sozialen und politischen Institutionen machen kann. Wir zeigen, dass Institutionenforschung von einer Kombination von Diskursanalyse mit Foucault’s Gouvernementalitätsstudien und mit Bourdieu’s Feldanalyse profitieren kann. Zunächst führen wir in Themen und intellektuelle Traditionen der Institutionenforschung ein, um den Lesenden die Navigation im Forschungsfeld zu erleichtern. Mit Rückgriff auf das Beispiel der Gouvernmentalität der EU-Agrarpolitik und das Beispiel des Diskursfelds der multilateralen Verhandlung in der EU führen wir dann aus, wie qualitative Forschung in Institutionen nach der diskursiven Wende projektiert, umgesetzt und reflektiert werden kann.

Übungen in Komplexität und Kontingenz von Politikentscheidung: das Ordentliche Gesetzgebungsverfahren der EU als digitales Planspiel

EU-Gesetzgebung ist schon häufig zum Gegenstand von Planspielen gemacht worden. Zumeist wird darin jedoch nur der Part des Europäischen Parlaments oder des Rats der EU abgebildet, die Verfahren werden außerdem stark stilisiert und Auseinandersetzungen auf ideologische oder interstaatliche Konflikte reduziert. Während diese Planspiele ein stringentes Spielerlebnis ermöglichen, verfestigen sie gleichzeitig die vereinfachte mediale Darstellung von EU Politik. Dieser Beitrag, präsentiert von Amelie Kutter auf dem DVWP Kongress 2021, reflektiert Erfahrungen mit einem Planspiel zur ersten Lesung des von der EU Kommission 2019 vorgeschlagenen „Neuen Pakts für Asyl und Migration“, das in zwei aufeinanderfolgenden Semestern in der Einführungsvorlesung ‚Introduction to the politics of the European Union‘ im interdisziplinären und internationalisierten Masterstudiengang Europa-Studien an der Europa-Universität Viadrina über Zoom durchgeführt wurde. Ziel war weniger, politikwissenschaftliches Spezialwissen zu vermitteln als Studierende dazu zu befähigen, die Komplexität und Kontingenz von laufenden EU-Verhandlungen zur durchdringen.

Kutter, A. (2020) Construction of the Eurozone crisis: re- and depoliticising European economic integration

The Eurozone crisis is among recent developments that upset the European Union (EU) most profoundly and sparked unprecedented contestation. This article adopts a discursive notion of politicisation and the frame of Discursive Political Studies to investigate whether that moment of contestation re-politicised EU economic governance in substantive terms. It argues that, while emerging counter-narratives of crisis projected alternative scenarios of economic integration and established a practice of constructive EU critique, they were co-opted by the dominant mass-mediated story of a public debt crisis.

Forschungskooperation: Advancing multiscalar social citizenship in Europe (2020…)

Recent crises have revealed that access to social rights, such as social security, short time work, housing, or health care is essential for the resilience of economies to external shocks, but also for sustaining social cohesion, trust and belonging in European societies. This collaborative project investigates the limits and potentials of transnational social citizenship in Europe. The objective is to map sources of social citizenship that have established at the EU’s different scales in law, policy, regulation, social work, and perceptions and discourses of social citizenship, and that might form part of a set of rights enforcible not only for EU migrants, but for those marginalised within their societies, too.